Ghasel 432: Ich schmachte nach dem Becher der Liebe: Schenke, gib Wein
مخمور جام عشقم، ساقی بده شرابی
پر کن قدح که بی می، مجلس ندارد آبی
وصف رخ چو ماهش، در پرده راست نآید
مطرب بزن نوایی، ساقی بده شرابی
شد حلقه، قامت من، تا بعد از این رقیبت
زین در دگر نراند، ما را به هیچ بابی
در انتظار رویت، ما و امیدواری
در عشوهٔ وصالت، ما و خیال و خوابی
مخمور آن دو چشمم، آیا کجاست جامی؟
بیمار آن دو لعلم، آخر کم از جوابی
حافظ چه مینهی دل، تو در خیال خوبان
کی تشنه سیر گردد، از لمعهٔ سرابی؟
Ich schmachte nach dem Becher der Liebe: Schenke, gib Wein;
füll den Pokal, denn ohne Wein hat die Runde keinen Glanz.
Die Beschreibung seines mondgleichen Gesichts will in keiner Tonart stimmen;
Spielmann, schlag eine Weise an; Schenke, gib Wein.
Mein Leib hat sich zum Ring gekrümmt, damit dein Wächter uns künftig
unter keinem Vorwand mehr von dieser Tür vertreibt.
Im Warten auf dein Gesicht bleibt uns nur die Hoffnung;
vom Trug der Vereinigung mit dir bleiben uns nur Wahn und Traum.
Ich schmachte nach jenen beiden Augen: Wo ist ein Becher?
Ich bin krank nach jenen beiden Rubinlippen: wenigstens eine Antwort.
Hafis, was hängst du dein Herz an das Trugbild der Schönen?
Wann wurde je ein Durstiger vom Flimmern einer Luftspiegelung satt?
Deutung des Fals
Du bist sehnsüchtig und unruhig und willst etwas, das deine Stimmung hebt. Lange hast du von Hoffnung und Einbildung gelebt, ohne eine Antwort zu bekommen. Du hast das Recht, wenigstens eine klare Antwort zu verlangen. Doch sei wach: Sein Herz an ein Trugbild zu hängen heißt, den Durst an einer Luftspiegelung stillen zu wollen. Prüfe, ob diese Hoffnung einen wirklichen Grund hat.