Hafis über: Spiritualität

159 Ghaselen

  1. Ghasel 1: O Schenke, lass den Becher kreisen und reiche ihn dar,
  2. Ghasel 2: Wo ist das rechte Tun, und wo bin ich, der Verwüstete?
  3. Ghasel 5: Mein Herz entgleitet meiner Hand; ihr Herzenskundigen, um Gottes willen!
  4. Ghasel 7: Komm, Sufi, denn der Becher ist ein klarer Spiegel;
  5. Ghasel 8: Steh auf, Schenke, und reiche den Becher;
  6. Ghasel 10: Gestern Nacht kam unser Meister aus der Moschee zur Schenke;
  7. Ghasel 16: Die Krümmung, die deine kecke Braue in den Bogen legte,
  8. Ghasel 17: Meine Brust verbrannte am Feuer des Herzens im Kummer um die Geliebte;
  9. Ghasel 21: Herz und Glaube waren dahin, und die Herzensdiebin erhob sich zum Tadel;
  10. Ghasel 25: Die rote Rose ist erblüht, und die Nachtigall ist trunken;
  11. Ghasel 26: Das Haar zerzaust, erhitzt, mit lachender Lippe und trunken,
  12. Ghasel 31: Jene Nacht der Bestimmung, von der die Zurückgezogenen sprechen, ist heute;
  13. Ghasel 34: Die Halle, aus der mein Auge schaut, ist dein Nest;
  14. Ghasel 37: Komm, denn der Palast der Hoffnung steht auf sehr schwachem Grund;
  15. Ghasel 41: Obwohl der Wein froh macht und der Wind Rosen streut,
  16. Ghasel 47: Jeder Wanderer, der den Weg zur Gasse der Schenke kannte,
  17. Ghasel 48: Der Sufi erkannte das verborgene Geheimnis am Schein des Weins;
  18. Ghasel 53: Ich bin der, dem der Winkel der Schenke das Derwischkloster ist;
  19. Ghasel 63: Dein Gesicht sah niemand, und du hast tausend Aufpasser;
  20. Ghasel 64: Obwohl es unhöflich ist, vor dem Freund sein Können zu zeigen,
  21. Ghasel 65: Was ist schöner als Genuss, Gesellschaft, Garten und Frühling?
  22. Ghasel 69: Es gibt keinen, der nicht jener doppelten Locke verfallen ist;
  23. Ghasel 71: Der Asket, der den Schein anbetet, weiß nichts von unserem Zustand;
  24. Ghasel 74: Der Ertrag der Werkstatt von Sein und Raum ist nicht so viel;
  25. Ghasel 77: Eine Nachtigall hielt ein schönfarbiges Rosenblatt im Schnabel,
  26. Ghasel 80: Tadle die Rends nicht, o Asket von reinem Wesen,
  27. Ghasel 83: Wenn von deiner Moschuslocke ein Fehler ausging, ist es vorbei;
  28. Ghasel 84: Schenke, bring Wein, denn der Fastenmonat ist vergangen;
  29. Ghasel 89: O Herr, schaffe einen Weg, dass meine Geliebte wohlbehalten
  30. Ghasel 105: Trinkt der Sufi den Wein mit Maß, so bekomme er ihm wohl;
  31. Ghasel 111: Als der Widerschein deines Gesichts in den Spiegel des Bechers fiel,
  32. Ghasel 118: Wer einen Becher in der Hand hält,
  33. Ghasel 119: Das Herz, das das Verborgene zeigt und Dschamschids Becher besitzt,
  34. Ghasel 120: Ich habe ein Götzenbild, das um die Rose ein Schattendach aus Hyazinthen hält;
  35. Ghasel 127: Der Mond hat nicht den Glanz deines Gesichts;
  36. Ghasel 132: Mit dem klaren Wasser des Weins vollzog ein Erkennender die Waschung,
  37. Ghasel 133: Der Sufi legte seine Schlinge und öffnete den Deckel seiner Trickkiste;
  38. Ghasel 140: Die Herzensdiebin ging und gab denen, die ihr Herz verloren, keine Nachricht;
  39. Ghasel 142: Freunde, die Tochter der Rebe hat ihrer Verhüllung abgeschworen;
  40. Ghasel 144: Auf das Geheimnis von Dschamschids Becher kannst du dann blicken,
  41. Ghasel 146: Zur Zeit der Frühe brachte der Morgenwind einen Duft von der Locke der Freundin;
  42. Ghasel 149: Mein Herz nimmt keinen Weg als die Liebe zu den Mondgesichtigen;
  43. Ghasel 150: Wenn der Schenke den Wein auf diese Art in den Becher gießt,
  44. Ghasel 151: Die ganze Welt ist nicht einen Augenblick wert, den man im Kummer verbringt;
  45. Ghasel 153: In der Frühe, als der König des Ostens sein Banner auf die Berge pflanzte,
  46. Ghasel 158: Ich und den Wein verleugnen? Was soll das für eine Geschichte sein?
  47. Ghasel 159: Nicht alle Münze des Sufi ist rein und unvermischt;
  48. Ghasel 170: Der zurückgezogene Asket ging gestern Nacht in die Schenke;
  49. Ghasel 171: Gestern Nacht kam vom Hof des Asaf ein Bote mit froher Kunde:
  50. Ghasel 174: Frohe Botschaft, o Herz: Der Morgenwind ist zurückgekehrt;
  51. Ghasel 175: Der Morgenwind kam, den alten Weinhändler zu beglückwünschen:
  52. Ghasel 178: Wer Vertrauter des Herzens wurde, blieb im Heiligtum des Freundes,
  53. Ghasel 182: Du schriebst keinen Bericht, wie es dir geht, und einige Tage vergingen;
  54. Ghasel 184: Gestern Nacht sah ich, wie die Engel an die Tür der Schenke klopften;
  55. Ghasel 186: Wenn der Weinhändler den Rends ihr Anliegen erfüllt,
  56. Ghasel 193: Über unser Spiel der Blicke staunen die Ahnungslosen;
  57. Ghasel 196: Jene, die mit einem Blick Staub in Gold verwandeln,
  58. Ghasel 197: Wenn die Schönen auf diese Weise weiter Herzen rauben,
  59. Ghasel 198: Ich sprach: «Wann machen dein Mund und deine Lippe mich glücklich?»
  60. Ghasel 199: Die Prediger, die in Gebetsnische und auf der Kanzel solchen Glanz entfalten,
  61. Ghasel 200: Weißt du, was Harfe und Laute vortragen?
  62. Ghasel 201: Unvermischter Wein und ein schöner Schenke sind zwei Fallen am Weg,
  63. Ghasel 202: Ob man wohl die Türen der Schenken wieder öffnet
  64. Ghasel 205: Solange es Namen und Spur von Schenke und Wein gibt,
  65. Ghasel 206: Früher hattest du mehr Gedanken für die Liebenden als jetzt;
  66. Ghasel 208: Wenn die Verwundeten das Verlangen haben und nicht die Kraft,
  67. Ghasel 211: Gestern Nacht kam er, und sein Gesicht war entflammt;
  68. Ghasel 212: Gestern in der Frühe waren mir ein, zwei Becher zugefallen,
  69. Ghasel 218: Wer in der Urzeit der Gabe des Glücks für würdig befunden wurde,
  70. Ghasel 220: Aus dem Auge fließt das Herzblut ganz über unser Gesicht;
  71. Ghasel 222: Wer vom Ende deiner Gasse aus Überdruss fortgeht,
  72. Ghasel 232: Ich bin entschlossen, wenn es in meiner Macht steht,
  73. Ghasel 239: Die frohe Kunde kam, dass der Frühling da ist und das Grün gesprossen;
  74. Ghasel 240: Die Märzwolke stieg auf, der Neujahrswind wehte;
  75. Ghasel 242: Komm, denn das Banner des siegreichen Königs ist eingetroffen;
  76. Ghasel 243: Wer deinen süßen Duft vom Ostwind vernahm,
  77. Ghasel 246: Es ist Fest, das Ende der Rosen, und die Freunde warten;
  78. Ghasel 247: Ostwind, versage nicht den Gang zur Wohnstatt des Geliebten,
  79. Ghasel 249: Ostwind, bring einen Duft vom Staub am Weg des Freundes;
  80. Ghasel 252: Wenn das Leben reicht, gelange ich noch einmal in die Schenke
  81. Ghasel 254: Wieder sang vom Zweig der schlanken Zypresse die geduldige Nachtigall:
  82. Ghasel 257: Zeig dein Gesicht und sag mir: «Lös dein Herz vom Leben.»
  83. Ghasel 258: Tausend Dank, dass ich dich nach meinem Wunsch wiedersah,
  84. Ghasel 259: Ich bin es, der die Augen auf den Anblick des Freundes geöffnet hat;
  85. Ghasel 260: O Zypresse der Anmut der Schönheit, die du so lieblich in Stolz einhergehst,
  86. Ghasel 264: Steh auf und gieß das Wasser der Freude in die goldene Schale,
  87. Ghasel 266: Mein Herz ist zu einer Zigeunergleichen entlaufen, die Aufruhr stiftet,
  88. Ghasel 269: O Herz, dein wohlmeinendes Glück genügt dir als Reisegefährte;
  89. Ghasel 271: Ich habe über seine schwarze Locke solche Klagen: Frag nicht.
  90. Ghasel 272: Komm zurück und sei meinem beengten Herzen der Gefährte der Seele,
  91. Ghasel 274: Nimm zur Zeit der Tulpe den Becher und sei ohne Heuchelei;
  92. Ghasel 275: Sufi, pflück eine Rose und gib die Flickenkutte dem Dorn;
  93. Ghasel 276: Wenn der Gärtner fünf Tage die Gesellschaft der Rose haben will,
  94. Ghasel 277: Der Nachtigall ganzes Denken ist, dass die Rose ihr Freund wird;
  95. Ghasel 281: O Herr, diese lächelnde junge Rose, die du mir anvertraut hast,
  96. Ghasel 283: In der Frühe kam mir von der Stimme des Verborgenen frohe Kunde ans Ohr:
  97. Ghasel 285: Zur Zeit des Königs, der Fehler vergibt und Vergehen zudeckt,
  98. Ghasel 292: Ich schwöre bei Pracht, Rang und Herrlichkeit von Schah Schodscha,
  99. Ghasel 293: Am Morgen, wenn aus dem Gemach im Palast der Schöpfung
  100. Ghasel 296: Wenn mein Stern mir beisteht, bekomme ich seinen Saum zu fassen;
  101. Ghasel 299: Wenn du Wein trinkst, gieß einen Schluck auf die Erde;
  102. Ghasel 301: O du, an dessen Lippe mein wundes Herz das Recht des Salzes hat,
  103. Ghasel 310: Willkommen, Vogel mit gesegnetem Schritt und glücklicher Botschaft!
  104. Ghasel 311: Ich bin verliebt in das Gesicht eines schönen, eben erblühten Jünglings,
  105. Ghasel 320: Gestern Nacht versperrte ich mit einer Tränenflut dem Schlaf den Weg;
  106. Ghasel 331: Tötet er mich mit dem Schwert, so halte ich seine Hand nicht auf;
  107. Ghasel 332: Triff mein Herz nicht mit dem Pfeil deines Blicks,
  108. Ghasel 335: Wenn mich mein Weg wieder in die Schenke der Magier führt,
  109. Ghasel 340: Ich, der ich vom Feuer des Herzens gäre wie der Weinkrug,
  110. Ghasel 341: Wenn ich mir um den Tadel der Angeber Gedanken machte,
  111. Ghasel 343: Mehr als vierzig Jahre sind vergangen, in denen ich mich rühme,
  112. Ghasel 355: Vorerst sehe ich das Gebot der Stunde darin,
  113. Ghasel 356: Wenn es in meiner Macht steht, mit dem Herzensfreund zu sitzen,
  114. Ghasel 361: Dem, der mich mit Härte wie den Staub des Weges zertrat,
  115. Ghasel 362: Die Begegnung ist zustande gekommen, und Kuss und Umarmung auch;
  116. Ghasel 366: Wir sind nicht um Prunk und Rang an diese Tür gekommen;
  117. Ghasel 367: Ich habe einen Rechtsspruch des Meisters der Magier, und es ist ein altes Wort,
  118. Ghasel 371: Wir haben die Lektion der Frühe auf den Weg zur Schenke gelegt;
  119. Ghasel 372: Lass uns an der Straße der Schenke vorübergehen,
  120. Ghasel 373: Steh auf, damit wir die Kutte des Sufis in die Schenke tragen
  121. Ghasel 375: Sufi, komm, lass uns die Kutte der Verstellung ablegen
  122. Ghasel 376: Freunde, zur Rosenzeit ist es das Beste, dass wir uns um Freude bemühen;
  123. Ghasel 379: Mein Kopf ist heiter, und ich sage es mit lauter Stimme:
  124. Ghasel 380: Oft habe ich es gesagt und sage es noch einmal:
  125. Ghasel 386: Um Gottes willen, sitz weniger bei den Kuttenträgern
  126. Ghasel 393: Ich bin es, der in der Stadt dafür berühmt ist, die Liebe zu pflegen;
  127. Ghasel 397: Tritt zur Tür herein und erleuchte unser Nachtgemach;
  128. Ghasel 398: O Licht meiner Augen, es gibt ein Wort: Höre.
  129. Ghasel 400: Meine hochgewachsene, kokette, listige Geliebte
  130. Ghasel 405: Beim Leben des Alten der Schenke und beim Recht seiner Gesellschaft:
  131. Ghasel 407: Ich sah das grüne Feld des Himmels und die Sichel des Neumonds;
  132. Ghasel 411: Deine moschusverströmende Stirnlocke lässt das Veilchen sich winden;
  133. Ghasel 415: O Bote der Wahrhaftigen, sag uns Nachricht von unserem Freund;
  134. Ghasel 416: Willkommen der ambraduftende Hauch, der ersehnte Wohlgeruch,
  135. Ghasel 417: Meine Freude dauert an, dank der ersehnten Rubinlippe;
  136. Ghasel 419: Die Vereinigung mit ihm ist besser als ewiges Leben;
  137. Ghasel 422: O du, der du mit der Kette der langen Locke gekommen bist,
  138. Ghasel 423: Gestern Nacht ging ich schlaftrunken zur Tür der Schenke,
  139. Ghasel 434: O Herz, sei keinen Augenblick leer von Liebe und Rausch,
  140. Ghasel 436: Hätte jener mit dem duftenden Flaum uns einen Brief geschrieben,
  141. Ghasel 447: Komm, hege diesen Groll nicht gegen uns,
  142. Ghasel 450: Seit langem hältst du uns in Sorge;
  143. Ghasel 451: Das Himmelsrad hat dir am Tag des Urteils gut beigestanden;
  144. Ghasel 454: Aus der Gasse des Freundes kommt der Hauch des Neujahrswinds;
  145. Ghasel 455: Das Leben verging in Fruchtlosigkeit und Launen;
  146. Ghasel 466: Diese Kutte, die ich habe, ist besser für Wein verpfändet,
  147. Ghasel 467: Von jenem Wein der Liebe, durch den jeder Unreife reif wird,
  148. Ghasel 468: Wer trägt von mir, dem Bettler, eine Botschaft zu den Königen:
  149. Ghasel 471: Wer bringt mir von meinem Geliebten die Gunst eines Federstrichs?
  150. Ghasel 473: Halte die Zeit für Gewinn, soweit du kannst;
  151. Ghasel 474: Ich bin dir zugetan, Liebste, und ich weiß, dass du es weißt,
  152. Ghasel 480: O du, der du beim Töten von uns keine Schonung übst,
  153. Ghasel 483: In der Morgenfrühe sagte ein Wanderer in einem Land
  154. Ghasel 485: Schenke, da sind der Schatten der Wolke, der Frühling und das Ufer des Bachs;
  155. Ghasel 487: O du Ahnungsloser, bemühe dich, ein Wissender zu werden;
  156. Ghasel 489: O du, in dessen Gesicht die Lichter des Königtums sichtbar sind
  157. Ghasel 490: Im ganzen Kloster der Magier gibt es keinen so Verstörten wie mich:
  158. Ghasel 491: Ich habe die Braue eines Mondgesichtigen fest ins Auge gefasst;
  159. Ghasel 492: Ein Gruß, gleich dem guten Duft der Freundschaft,