Hafis über: Wein und Mystik

210 Ghaselen

  1. Ghasel 1: O Schenke, lass den Becher kreisen und reiche ihn dar,
  2. Ghasel 2: Wo ist das rechte Tun, und wo bin ich, der Verwüstete?
  3. Ghasel 5: Mein Herz entgleitet meiner Hand; ihr Herzenskundigen, um Gottes willen!
  4. Ghasel 7: Komm, Sufi, denn der Becher ist ein klarer Spiegel;
  5. Ghasel 9: Der Garten hat wieder den Glanz der Jugendzeit;
  6. Ghasel 10: Gestern Nacht kam unser Meister aus der Moschee zur Schenke;
  7. Ghasel 13: Der Morgen dämmert, und die Wolke hat ihr Zelt gespannt;
  8. Ghasel 15: O heilige Schöne, wer löst das Band deines Schleiers?
  9. Ghasel 16: Die Krümmung, die deine kecke Braue in den Bogen legte,
  10. Ghasel 17: Meine Brust verbrannte am Feuer des Herzens im Kummer um die Geliebte;
  11. Ghasel 19: O Morgenwind, wo ist die Ruhestatt der Freundin?
  12. Ghasel 20: Das Fasten ist vorbei, das Fest ist gekommen, und die Herzen erhoben sich;
  13. Ghasel 22: Hörst du das Wort der Herzensmenschen, so sag nicht, es sei falsch;
  14. Ghasel 26: Das Haar zerzaust, erhitzt, mit lachender Lippe und trunken,
  15. Ghasel 27: Meine Geliebte kam in den Tempel der Magier, einen Becher in der Hand,
  16. Ghasel 29: Was kümmert uns bei dem Gedanken an dich der Wein?
  17. Ghasel 36: Seit die Spitze deiner Locke in die Hand des Windes fiel,
  18. Ghasel 37: Komm, denn der Palast der Hoffnung steht auf sehr schwachem Grund;
  19. Ghasel 39: Was braucht mein Garten Zypresse und Pinie?
  20. Ghasel 40: Gott sei Dank, dass die Tür der Schenke offen ist,
  21. Ghasel 41: Obwohl der Wein froh macht und der Wind Rosen streut,
  22. Ghasel 42: Dir den Zustand meines Herzens zu sagen ist mein Wunsch;
  23. Ghasel 43: Der Gartenhof schenkt Freude, und die Gesellschaft der Freunde ist schön;
  24. Ghasel 44: Nun, da die Rose einen Becher klaren Weins in der Hand hält,
  25. Ghasel 46: Die Rose an der Brust, Wein in der Hand und die Geliebte nach Wunsch:
  26. Ghasel 47: Jeder Wanderer, der den Weg zur Gasse der Schenke kannte,
  27. Ghasel 52: Seit langer Zeit ist die Leidenschaft für die Schönen meine Religion;
  28. Ghasel 53: Ich bin der, dem der Winkel der Schenke das Derwischkloster ist;
  29. Ghasel 58: Unser ergebenes Haupt und die Schwelle der Gegenwart des Freundes,
  30. Ghasel 63: Dein Gesicht sah niemand, und du hast tausend Aufpasser;
  31. Ghasel 64: Obwohl es unhöflich ist, vor dem Freund sein Können zu zeigen,
  32. Ghasel 69: Es gibt keinen, der nicht jener doppelten Locke verfallen ist;
  33. Ghasel 71: Der Asket, der den Schein anbetet, weiß nichts von unserem Zustand;
  34. Ghasel 72: Der Weg der Liebe ist ein Weg, der kein Ufer hat;
  35. Ghasel 73: Es gibt keinen Blick, der nicht vom Schein deines Gesichts erhellt wäre;
  36. Ghasel 74: Der Ertrag der Werkstatt von Sein und Raum ist nicht so viel;
  37. Ghasel 76: Außer deiner Schwelle habe ich in der Welt keine Zuflucht;
  38. Ghasel 77: Eine Nachtigall hielt ein schönfarbiges Rosenblatt im Schnabel,
  39. Ghasel 80: Tadle die Rends nicht, o Asket von reinem Wesen,
  40. Ghasel 81: In der Frühe sprach der Vogel der Wiese zur neu erblühten Rose:
  41. Ghasel 84: Schenke, bring Wein, denn der Fastenmonat ist vergangen;
  42. Ghasel 87: Deine Schönheit hat im Bund mit dem Liebreiz die Welt erobert;
  43. Ghasel 91: O du, meinem Blick entzogen, ich befehle dich Gott;
  44. Ghasel 94: Von jener herzerfreuenden Freundin habe ich Dank mit Klage;
  45. Ghasel 98: Wenn in deinem Bekenntnis das Blut des Liebenden erlaubt ist,
  46. Ghasel 101: Was sind Wein und Genuss im Verborgenen? Ein Tun ohne Fundament.
  47. Ghasel 110: Im Alter fiel mir die Liebe zu einem jungen Menschen in den Kopf,
  48. Ghasel 111: Als der Widerschein deines Gesichts in den Spiegel des Bechers fiel,
  49. Ghasel 115: Pflanze den Baum der Freundschaft, denn er trägt den Herzenswunsch als Frucht;
  50. Ghasel 116: Wer Schönheit und Flaum des Freundes vor Augen hat,
  51. Ghasel 118: Wer einen Becher in der Hand hält,
  52. Ghasel 123: Der Spielmann der Liebe hat wundersamen Klang und Weise;
  53. Ghasel 125: Eine Schöne ist nicht, wer Haar und schmale Taille hat;
  54. Ghasel 126: Die Seele hat ohne die Schönheit der Geliebten kein Verlangen nach der Welt;
  55. Ghasel 127: Der Mond hat nicht den Glanz deines Gesichts;
  56. Ghasel 131: Komm, denn der Türke des Himmels hat den Tisch des Fastens geplündert;
  57. Ghasel 132: Mit dem klaren Wasser des Weins vollzog ein Erkennender die Waschung,
  58. Ghasel 133: Der Sufi legte seine Schlinge und öffnete den Deckel seiner Trickkiste;
  59. Ghasel 135: Wie der Wind werde ich zum Ende der Gasse der Freundin aufbrechen;
  60. Ghasel 143: Jahrelang verlangte das Herz von uns den Becher Dschamschids
  61. Ghasel 144: Auf das Geheimnis von Dschamschids Becher kannst du dann blicken,
  62. Ghasel 145: Ich weiß nicht, was für ein Rausch es ist, der sich uns zuwandte,
  63. Ghasel 149: Mein Herz nimmt keinen Weg als die Liebe zu den Mondgesichtigen;
  64. Ghasel 154: Spiel eine Weise, zu deren Klang man einen Seufzer ausstoßen kann;
  65. Ghasel 158: Ich und den Wein verleugnen? Was soll das für eine Geschichte sein?
  66. Ghasel 159: Nicht alle Münze des Sufi ist rein und unvermischt;
  67. Ghasel 161: Wie soll ein Gemüt, das traurig ist, frische Verse hervorbringen?
  68. Ghasel 162: Schön kam die Rose, und nichts ist schöner,
  69. Ghasel 164: Der Atem des Morgenwinds wird Moschus streuen;
  70. Ghasel 165: Die Liebe zu den Schwarzäugigen geht mir nicht aus dem Kopf;
  71. Ghasel 166: Der Tag der Trennung und die Nacht der Ferne vom Freund sind zu Ende;
  72. Ghasel 167: Ein Stern leuchtete auf und wurde zum Mond der Runde;
  73. Ghasel 168: Die Seele schmolz, damit die Sache des Herzens vollendet würde, und es geschah nicht;
  74. Ghasel 170: Der zurückgezogene Asket ging gestern Nacht in die Schenke;
  75. Ghasel 175: Der Morgenwind kam, den alten Weinhändler zu beglückwünschen:
  76. Ghasel 177: Nicht jeder, der das Gesicht erstrahlen lässt, versteht Herzen zu gewinnen;
  77. Ghasel 178: Wer Vertrauter des Herzens wurde, blieb im Heiligtum des Freundes,
  78. Ghasel 182: Du schriebst keinen Bericht, wie es dir geht, und einige Tage vergingen;
  79. Ghasel 184: Gestern Nacht sah ich, wie die Engel an die Tür der Schenke klopften;
  80. Ghasel 186: Wenn der Weinhändler den Rends ihr Anliegen erfüllt,
  81. Ghasel 188: Jener Vorwitzige tadelt mich für Rendtum und Liebe,
  82. Ghasel 189: Wenn der Vogel des Glücks noch einmal vorüberzieht,
  83. Ghasel 191: Wer ist es, der aus Großmut uns die Treue hält
  84. Ghasel 192: Warum hat meine wandelnde Zypresse keine Neigung zur Wiese?
  85. Ghasel 193: Über unser Spiel der Blicke staunen die Ahnungslosen;
  86. Ghasel 195: Die Kronenträger sind Sklaven deiner trunkenen Narzisse;
  87. Ghasel 196: Jene, die mit einem Blick Staub in Gold verwandeln,
  88. Ghasel 198: Ich sprach: «Wann machen dein Mund und deine Lippe mich glücklich?»
  89. Ghasel 199: Die Prediger, die in Gebetsnische und auf der Kanzel solchen Glanz entfalten,
  90. Ghasel 200: Weißt du, was Harfe und Laute vortragen?
  91. Ghasel 201: Unvermischter Wein und ein schöner Schenke sind zwei Fallen am Weg,
  92. Ghasel 202: Ob man wohl die Türen der Schenken wieder öffnet
  93. Ghasel 203: Jahrelang lag unser Heft als Pfand für den roten Wein;
  94. Ghasel 204: Gedacht sei der Zeit, da du im Verborgenen einen Blick für uns hattest
  95. Ghasel 205: Solange es Namen und Spur von Schenke und Wein gibt,
  96. Ghasel 207: Gedacht sei der Zeit, da das Ende deiner Gasse meine Wohnstatt war
  97. Ghasel 208: Wenn die Verwundeten das Verlangen haben und nicht die Kraft,
  98. Ghasel 209: Der Tod dieses Verwundeten durch dein Schwert war nicht bestimmt;
  99. Ghasel 214: Ich sah in einem süßen Traum, dass ich einen Becher in der Hand hielt;
  100. Ghasel 215: In der Gasse der Schenke, o Herr, welch ein Treiben war in der Frühe,
  101. Ghasel 218: Wer in der Urzeit der Gabe des Glücks für würdig befunden wurde,
  102. Ghasel 220: Aus dem Auge fließt das Herzblut ganz über unser Gesicht;
  103. Ghasel 226: Ich fürchte, die Tränen zerreißen den Schleier unseres Kummers,
  104. Ghasel 227: Mag dieses Wort dem Prediger der Stadt auch nicht leichtfallen:
  105. Ghasel 232: Ich bin entschlossen, wenn es in meiner Macht steht,
  106. Ghasel 240: Die Märzwolke stieg auf, der Neujahrswind wehte;
  107. Ghasel 243: Wer deinen süßen Duft vom Ostwind vernahm,
  108. Ghasel 246: Es ist Fest, das Ende der Rosen, und die Freunde warten;
  109. Ghasel 250: Zeig dein Gesicht und nimm mir mein eigenes Dasein aus dem Gedächtnis;
  110. Ghasel 251: Es ist die Nacht der Vereinigung, und der Brief der Trennung ist zusammengefaltet;
  111. Ghasel 252: Wenn das Leben reicht, gelange ich noch einmal in die Schenke
  112. Ghasel 260: O Zypresse der Anmut der Schönheit, die du so lieblich in Stolz einhergehst,
  113. Ghasel 263: Komm und setz unser Boot auf den Strom des Weins;
  114. Ghasel 265: Mein Wunsch, aus dem Verlangen nach deiner Lippe, hat sich noch nicht erfüllt;
  115. Ghasel 266: Mein Herz ist zu einer Zigeunergleichen entlaufen, die Aufruhr stiftet,
  116. Ghasel 268: Eine Rosenwangige aus dem Rosengarten der Welt genügt uns;
  117. Ghasel 269: O Herz, dein wohlmeinendes Glück genügt dir als Reisegefährte;
  118. Ghasel 272: Komm zurück und sei meinem beengten Herzen der Gefährte der Seele,
  119. Ghasel 274: Nimm zur Zeit der Tulpe den Becher und sei ohne Heuchelei;
  120. Ghasel 276: Wenn der Gärtner fünf Tage die Gesellschaft der Rose haben will,
  121. Ghasel 281: O Herr, diese lächelnde junge Rose, die du mir anvertraut hast,
  122. Ghasel 283: In der Frühe kam mir von der Stimme des Verborgenen frohe Kunde ans Ohr:
  123. Ghasel 284: Gestern Nacht sprach eine Stimme aus dem Winkel der Schenke:
  124. Ghasel 286: Gestern Nacht sagte mir im Verborgenen ein scharfsinniger Kenner,
  125. Ghasel 288: Der Rand des Wassers, der Fuß der Weide, dichterische Stimmung und ein angenehmer Freund;
  126. Ghasel 290: Mein Herz ist davongelaufen, und ich armer Derwisch weiß nicht,
  127. Ghasel 292: Ich schwöre bei Pracht, Rang und Herrlichkeit von Schah Schodscha,
  128. Ghasel 294: In der Treue zu deiner Liebe bin ich berühmt unter den Schönen wie die Kerze;
  129. Ghasel 296: Wenn mein Stern mir beisteht, bekomme ich seinen Saum zu fassen;
  130. Ghasel 299: Wenn du Wein trinkst, gieß einen Schluck auf die Erde;
  131. Ghasel 307: Jeden feinen Zug, den ich zur Beschreibung jener Gestalt sagte,
  132. Ghasel 311: Ich bin verliebt in das Gesicht eines schönen, eben erblühten Jünglings,
  133. Ghasel 313: Komm zurück, Schenke, denn ich bin begierig zu dienen,
  134. Ghasel 314: Gestern Nacht raubte mich die Mattigkeit deines Auges dahin,
  135. Ghasel 317: Ich sage es offen und bin froh über das, was ich sage:
  136. Ghasel 319: Jahrelang folgte ich der Lehre der Rends,
  137. Ghasel 321: Bin ich auch alt, müden Herzens und kraftlos geworden,
  138. Ghasel 325: Wenn mir der Staub von der Fußsohle meiner Geliebten in die Hand kommt,
  139. Ghasel 326: Im verborgenen Haus der Freude habe ich einen lieblichen Abgott,
  140. Ghasel 327: Ich habe einen Bund mit dem Geliebten: Solange Leben in meinem Leib ist,
  141. Ghasel 329: In der Frühe legten die Zwillinge ihr Wehrgehänge vor mir nieder,
  142. Ghasel 331: Tötet er mich mit dem Schwert, so halte ich seine Hand nicht auf;
  143. Ghasel 332: Triff mein Herz nicht mit dem Pfeil deines Blicks,
  144. Ghasel 333: Beim Abendgebet der Fremden, wenn ich zu weinen beginne,
  145. Ghasel 334: Wenn meine Hand wieder an deine beiden Locken gelangt,
  146. Ghasel 335: Wenn mich mein Weg wieder in die Schenke der Magier führt,
  147. Ghasel 337: Warum sollte ich nicht entschlossen in mein eigenes Land zurückkehren?
  148. Ghasel 340: Ich, der ich vom Feuer des Herzens gäre wie der Weinkrug,
  149. Ghasel 341: Wenn ich mir um den Tadel der Angeber Gedanken machte,
  150. Ghasel 343: Mehr als vierzig Jahre sind vergangen, in denen ich mich rühme,
  151. Ghasel 345: Ohne dich, o wandelnde Zypresse, was soll ich mit Rose und Rosengarten?
  152. Ghasel 346: Ich bin nicht der Rend, der Schöne und Becher aufgibt;
  153. Ghasel 350: In der Frühe sagte ich, zur Reue entschlossen: «Ich will das Los befragen.»
  154. Ghasel 352: Eine lange Zeit ist es, dass ich in der Schenke diene;
  155. Ghasel 353: Ich gebe die Liebe zu Schöner und Becher nicht auf;
  156. Ghasel 355: Vorerst sehe ich das Gebot der Stunde darin,
  157. Ghasel 356: Wenn es in meiner Macht steht, mit dem Herzensfreund zu sitzen,
  158. Ghasel 357: In der Schenke der Magier sehe ich das Licht Gottes;
  159. Ghasel 358: Für den Kummer der Zeit, dessen Ufer ich nicht sehe,
  160. Ghasel 359: Glücklich der Tag, an dem ich diese verfallene Raststätte verlasse,
  161. Ghasel 360: Wenn ich von dieser verfallenen Raststätte nach Hause gehe,
  162. Ghasel 361: Dem, der mich mit Härte wie den Staub des Weges zertrat,
  163. Ghasel 362: Die Begegnung ist zustande gekommen, und Kuss und Umarmung auch;
  164. Ghasel 364: Wir sorglosen Trunkenen, die das Herz verloren haben,
  165. Ghasel 367: Ich habe einen Rechtsspruch des Meisters der Magier, und es ist ein altes Wort,
  166. Ghasel 368: Steh auf, damit wir an der Tür der Schenke um Öffnung bitten,
  167. Ghasel 370: Welche Tugend suchst du bei uns? Wir haben die Trunkenen zum Mahl gerufen;
  168. Ghasel 371: Wir haben die Lektion der Frühe auf den Weg zur Schenke gelegt;
  169. Ghasel 372: Lass uns an der Straße der Schenke vorübergehen,
  170. Ghasel 373: Steh auf, damit wir die Kutte des Sufis in die Schenke tragen
  171. Ghasel 374: Komm, lass uns Rosen streuen und Wein in den Becher gießen;
  172. Ghasel 375: Sufi, komm, lass uns die Kutte der Verstellung ablegen
  173. Ghasel 377: Eines Nachts werden wir die Hände erheben und ein Gebet sprechen
  174. Ghasel 378: Wir reden nichts Schlechtes und neigen nicht zum Unrecht;
  175. Ghasel 379: Mein Kopf ist heiter, und ich sage es mit lauter Stimme:
  176. Ghasel 380: Oft habe ich es gesagt und sage es noch einmal:
  177. Ghasel 386: Um Gottes willen, sitz weniger bei den Kuttenträgern
  178. Ghasel 391: Was könnte schöner sein als der Gedanke an Wein und Becher?
  179. Ghasel 393: Ich bin es, der in der Stadt dafür berühmt ist, die Liebe zu pflegen;
  180. Ghasel 398: O Licht meiner Augen, es gibt ein Wort: Höre.
  181. Ghasel 404: Wirf auf die Reihe der Rends einen besseren Blick als diesen;
  182. Ghasel 405: Beim Leben des Alten der Schenke und beim Recht seiner Gesellschaft:
  183. Ghasel 406: Er sagte: Du gingst hinaus, den Neumond zu betrachten;
  184. Ghasel 415: O Bote der Wahrhaftigen, sag uns Nachricht von unserem Freund;
  185. Ghasel 417: Meine Freude dauert an, dank der ersehnten Rubinlippe;
  186. Ghasel 418: Wenn es in der Gasse jenes Mondes Schwerter regnet,
  187. Ghasel 421: Die Tür des Hauses der Magier war gefegt und besprengt;
  188. Ghasel 423: Gestern Nacht ging ich schlaftrunken zur Tür der Schenke,
  189. Ghasel 427: Die Kerze wurde zum Falter an der Lampe deines Gesichts;
  190. Ghasel 435: Sagt dem Anmaßenden die Geheimnisse von Liebe und Rausch nicht,
  191. Ghasel 444: Es ist eine Stadt voll anmutiger Leute, und auf jeder Seite eine Schönheit;
  192. Ghasel 447: Komm, hege diesen Groll nicht gegen uns,
  193. Ghasel 448: O du, der du in der Gasse der Schenke einen Platz hast,
  194. Ghasel 450: Seit langem hältst du uns in Sorge;
  195. Ghasel 459: Mit diesem schönen Schriftzug, den du auf die Rose deiner Wange ziehst,
  196. Ghasel 463: Der Friede Gottes, solange die Nächte wiederkehren
  197. Ghasel 466: Diese Kutte, die ich habe, ist besser für Wein verpfändet,
  198. Ghasel 467: Von jenem Wein der Liebe, durch den jeder Unreife reif wird,
  199. Ghasel 469: Die Düfte des Lorbeers des geschützten Bezirks sind gekommen, und meine Leidenschaft wuchs;
  200. Ghasel 470: Meine Brust ist randvoll mit Schmerz: Ach, eine Salbe!
  201. Ghasel 471: Wer bringt mir von meinem Geliebten die Gunst eines Federstrichs?
  202. Ghasel 473: Halte die Zeit für Gewinn, soweit du kannst;
  203. Ghasel 479: Es ist Morgen, und der Tau tropft aus der Winterwolke;
  204. Ghasel 482: O Herz, du gehst nicht durch die Gasse der Liebe;
  205. Ghasel 483: In der Morgenfrühe sagte ein Wanderer in einem Land
  206. Ghasel 488: In der Frühe sagte mir die Stimme der Schenke wohlwollend:
  207. Ghasel 489: O du, in dessen Gesicht die Lichter des Königtums sichtbar sind
  208. Ghasel 490: Im ganzen Kloster der Magier gibt es keinen so Verstörten wie mich:
  209. Ghasel 492: Ein Gruß, gleich dem guten Duft der Freundschaft,
  210. Ghasel 493: O König der Schönen, Hilfe gegen den Kummer der Einsamkeit;